"Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden."
"Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden."

Kochen mit Flüchtlingen auf Augenhöhe

Die Idee zusammen mit Flüchtlingen zu kochen entwickelte sich im Helferkreis Obertiefenbach recht schnell, nachdem man festgestellt hatte:

 

  • Kochen auf Augenhöhe verbindet
  • Kochen ist eine der erfolgreichsten Methoden des Kulturaustausches
  • Kochen überwindet die Grenzen von Konfessionen, Parteien, Weltanschauungen und Kulturen
  • Kochen fördert den Gedanken einer offenen und toleranten Gesellschaft

 

Da stand nur noch die Frage im Weg „Was kochen – wir?“ und „Wie bringen wir alles zusammen ?“.

Die Antwort lautete : Wir kochen auf syrische, afghanische und deutsche Art.
 

Wir wussten nicht was uns erwartet, wieviele letztendlich unserer Einladung folgen würden, ob wir alle zusammen und nicht jeder für sich alleine arbeiten würde.

Die Flüchtlingsfamilien organisierten ihre Auswahl der Gerichte und den Einkauf selbst. Kartoffelkreppel mit Apfelmus hatten wir uns als typisch Deutsches Gericht ausgesucht.

 

Die Idee wurde am Samstagmorgen, den 23. April 2016,  im Pfarrheim Alte Schule in die Tat umgesetzt.

Es kamen 27 Menschen zusammen, 15 Flüchtlinge darunter 6 Kinder und 1 Jugendlicher, 11 Helfer und Pfarrer Dr. Mawanzi, um miteinander zu Kochen, zu Essen und dabei ins Gespräch zu kommen. Viele leckere Dinge wurden in der Küche der Alten Schule hergerichtet, aber auch in der Flüchtlingsunterkunft wurde im Vorfeld schon einiges produziert.

Adib, ein 19- jähriger junger Mann aus Syrien setzte Hefeteig an, um daraus später eine Pizza herzustellen.

Chegova und Hammed aus Afghanistan stellten kunstvoll gefüllte Teigtaschen her, die später mit roten Linsen, Kräutern und Olivenöl auf einer Schale aus Afghanistan angerichtet wurden.

Rosa, eine syrische Frau machte aus Reis, Kartoffeln, Auberginen und gekochtem Hühnerfleisch einen Schichttopf, der vor dem Servieren gestürzt wurde.

Lara, auch Syrerin, stellte in der Küche ihrer Flüchtlingsunterkunft einen traditionellen Kichererbsensalat und einen süßlichen Bulgursalat her.

Helfer und Flüchtlinge schälten Kartoffel und Äpfel, schnippelten Gemüse und rollten Teig aus. Kartoffelkreppel, Auberginen und Bratkartoffel wurden gebraten. Jeder half jedem. Es war ein gutes Miteinander. In der Zwischenzeit wurde eine lange Tafel gestellt und eingedeckt.

Auch für den Nachtisch war ebenfalls bestens gesorgt.

Süße in einem Honigsirup getränkte, gefüllte Teigtaschen, eine Schichtspeise mit Keksen und Pudding, eine Maisgrießspeise und nicht zu vergessen das Apfelmus.

Die gezauberten Speisen wurden dann in der Mitte der langen Tafel aufgereiht und jeder konnte probieren wonach ihm das Herz verlangte.

Die Stimmung war gut und alle waren sehr motiviert. Gesprochen wurde an diesem Mittag größtenteils in Deutsch. Diejenigen, die sich in den vergangenen Monaten bereits gute Deutschkenntnisse aneignen konnten, übersetzten ins Syrische. Oder aus dem Englischen ins Syrische.

Die Kinder hatten neben der Mithilfe in der Küche und beim Decken die Möglichkeit sich mit unterschiedlichen Spielen zu beschäftigen.

Die Aktion Kochen mit Flüchtlingen auf Augenhöhe vermittelte viel Spaß und soll auf jeden Fall wiederholt werden.

                                                                                                                                                        S.H. 

 

Erste Begegnung von Flüchtlingen und ihren Integrationshelfern

Barrieren überwinden, ins Gespräch kommen,  unsere Sprache lernen.

 

Obertiefenbach: Am Samstag den 23.01.2016 hat die Integrationshelfergruppe, mit Unterstützung der Kath. Kirchengemeinde „St. Ägidius“, die Flüchtlinge aus Obertiefenbach und auch Heckholzhausen zum „Kennenlern-Kaffee“ in die Alten Schule in Obertiefenbach eingeladen.

Die Integrationshelfergruppe hat sich anlässlich eines Treffens im Dezember gebildet, um die Integrationsangebote gemeinschaftlich zu planen. Diese wird auch unterstützt  von der Pfarrgemeinde Obertiefenbach, der Gemeinde Beselich, des TUS Obertiefenbach  und dem Betreiber der Unterkünfte.

Das Kennenlern-Kaffee war ursprünglich nur für Flüchtlinge in Obertiefenbach geplant, es wurden  jedoch kurzfristig auch die Flüchtlinge aus Heckholzhausen eingehalten und dank der Unterstützung der Feuerwehr Heckholzhausen nach Obertiefenbach gebracht.

Viele Helfer hatten Kuchen gebacken und tatkräftig bei den Vorbereitungen unterstützt.  Trotz Glatteises am Morgen verlief alles reibungslos.

Die Flüchtlinge aus Obertiefenbach wurden von den Helfern zu Fuß abgeholt und in die  Alte Schule begleitetet. Gestartet mit einer herzlichen Begrüßung haben alle, als Zeichen der Verbundenheit, auf einem Plakat ihre Handumrisse mit Namen gezeichnet. Bei Kaffee und Kuchen knüpfte man Kontakte. Sprachbarrieren konnten sehr schnell mit den unterschiedlichsten Mitteln überwunden werden.

Es war nicht nur von Helferseite, sondern auch von Flüchtlingsseite ein sehr herzlicher und wertschätzender Umgang miteinander. Viele Bedenken wie z.B. „kulturell bedingte Vorbehalte in der Begegnung zwischen Männern und Frauen“, zeigen sich bereits beim Abholen der Flüchtlinge als nicht zutreffend.

 

Den Helfern war es wichtig, den 29 Flüchtlingen aus Obertiefenbach und 10 Flüchtlingen aus Heckholhausen, darunter insgesamt 15 Kinder, über den Anlass und das Ziel des „Kennenlern-Kaffee“  zu erklären.  In deutscher und englischer Sprache und dank eines Asylanten auch in arabischer Sprache informierten die Helfer über kulturelle Werte und Erwartungen an die Integration.

Ein weiterer Aspekt war das Angebot eines Deutschkurses, der von den Helfern in Obertiefenbach organisiert wird und in Kürze startet. Es folgte eine Vorbereitung und Information auf die bevorstehenden Fastnachtstage, da die Flüchtlinge so etwas aus Ihren Heimatländern nicht kennen.Die Flüchtlinge bedankten sich sehr herzlich. Alle zusammen - Flüchtlinge, Helfer und auch der Betreiber - der Unterkünfte bestätigten, dass der „Kennenlern-Kaffee“ ein voller Erfolg für die Integration war und Barrieren abgebaut hat. Eine regelmäßige Wiederholung ist daher in Planung.

Das Helferteam bittet alle Bürger von Beselich unsere neuen Mitbürger bei der Integration zu unterstützen.. Es freut sich auf weitere Unterstützung und auch auf Angebote für die Integration in Gemeinschaftsaktionen, insbesondere auch aus Heckholzhausen.  



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© Claudia Sehr